Aus der Geschichte des SV 1913 Großseelheim

1913-1914: Gründungszeit

Als Gründungsjahr des Sportvereins Großseelheim geht aus den noch vorhandenen Chroniken und den Erinnerungen der heute noch lebenden und damals aktiven Mitgliedern das Jahr 1913 hervor. Unter der Leitung des Lehrers Richard Hinz wurde der Turnverein Großseelheim, der Vorläufer des heutigen SV Großseelheim, aus der Taufe gehoben.
Doch allzu kurz war die Zeit, die zum Aufbau dieses Vereins verblieb. Bereits ein Jahr später kam der Sportbetrieb durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges wieder zum Erliegen, da viele der aktiven Sportler als Soldaten in den Krieg ziehen mussten.

1919-1939: Turnen und Fußball

Nach Ende des l. Weltkrieges lebte aber bereits im Jahre 1919 der Sportbetrieb unter der Führung der Lehrer Willi Lefaß und Konrad Geisel wieder auf. Beide hatten besonders ein Herz für das Turnen und unter ihrer Leitung nahm der Verein einen unerwartet großen Aufschwung.
Im Jahre 1923 bildete sich dann eine weitere Gruppe von Sportbegeisterten, die den Fußballsport zu ihrer Lieblingsbeschäftigung auserkoren. Als Leiter der Fußballabteilung war der Konrad Schröder tätig. Gespielt wurde auf einer Jungviehweide. Dieser Platz hat immerhin bis 1948 als Spielfeld dienen müssen. Im Laufe der Jahre ging der Turnbetrieb immer mehr zurück und der Fußball rückte in den Mittelpunkt. Im Jahre 1932 wollte man im Rahmen der Arbeitslosenbetreuung schon einmal den Rotenberg zum Sportplatz ausbauen. Die Erdarbeiten waren jedoch zu gewaltig und Mittel in zu geringem Maße vorhanden. Der Versuch scheiterte daher schon im Anfangsstadium.

Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahr 1939 kamen der Spielbetrieb und das Vereinsleben ganz zum Erliegen.

1945-1948: Ausbau des Rotenbergs zum Sportplatz

Groß waren die Verluste. Als nach dem Krieg die Möglichkeit gegeben wurde, wieder mit einer sportlichen Betätigung zu beginnen, standen die wenigen Sportler, denen eine glückliche Heimkehr beschieden war, vor einem ganz neuen Anfang. Junge Kräfte, kaum aus der Schule entlassen, gesellten sich begeistert zu den älteren Mitgliedern und Ende September 1945 wurde schon wieder das erste Fußballspiel ausgetragen. Am 13. Januar 1946 wurde der Verein unter dem heutigen Namen SV Großseelheim der Militärregierung zwecks Zulassung gemeldet. Innerhalb kürzester Zeit waren die Formalitäten erledigt und als einer der ersten Vereine im Kreis Marburg wurde der Verein zugelassen.
[Bild nicht gefunden]Gleichzeitig wurde in dieser Wiedergründungsversammlung der Beschluss gefasst, sofort mit dem Ausbau des Rotenbergs zum Sportplatz zu beginnen. Da zu dieser Zeit noch nicht mit öffentlicher Hilfe zu rechnen war, sollte alles in freiwilliger Arbeit erfolgen. Schon nach 4 Tagen rollten die ersten Fuhrwerke mit Gleismaterial an. Verlacht und verhöhnt von einigen Zeitgenossen ging der SVG daran, sich einen Platz zu bauen. Auf Basis eines genauen Einsatzplans, mussten alle Vereinsangehörigen an jeweils festgelegten Tagen ihre Arbeit verrichten.[Bild nicht gefunden]
Über 6000 cbm Faulfels mussten in Handarbeit gelöst, geladen, mit Feldbahngleisen transportiert und am anderen Ende des Platzes angeschüttet werden.
Nach 2 Jahren härtester Arbeit war es soweit. An Pfingsten 1948 wurde der neue Platz mit einem Sportfest eingeweiht. Dem Heimatdichter Peter Löber war dieses Ereignis sogar ein Gedicht wert. Zwei Jahre später wurde, wiederum in freiwilliger Arbeit, die massive Umkleidehalle errichtet.

1948-1959: Erste sportliche Erfolge

[Bild nicht gefunden]Aber es wurde nicht nur gebaut. Auch sportlich nahm der Verein einen nicht zu erwartenden Aufschwung. Es wurde ein geregelter Trainingsbetrieb eingeführt. Zuerst leitete ein alter Spieler, Johann Ludwig, das Training. Dann fand man in dem Fußballpionier Herrn Jakob Adorf aus Marburg einen Sportkameraden als Trainer, der den Spielern ein vorbildlicher Lehrer und Betreuer war. Unter seinen Händen reifte die Mannschaft zu einer Einheit, die es mit den stärksten Mannschaften des Kreises aufnehmen konnte. Unter ihm wurde der SV Großseelheim 1950 Kreispokalsieger der B-Klasse und Gruppensieger der B-Klasse. Damit gelang der Aufstieg in die A-Klasse Marburg. Als Nachfolger von Herrn Adorf übernahmen Herr Werner Lauer und Herr H. Grede das Training des Vereins.
Im Jahre 1955 wurde die Mannschaft Meister der A-Klasse des Kreises Marburg und stieg damit in die II. Amateurliga Gießen-Marburg auf. [Bild nicht gefunden]Das erste Spieljahr in dieser Klasse brachte der 1. Mannschaft die wohl größten Erfolge ihrer Zeit. Das Training hatte nun Rudi Berger übernommen, der als Spielertrainer fungierte. Aber dieses spielerische Niveau konnte nicht lange gehalten werden. Ältere Spieler zogen sich vom aktiven Sport zurück. Andere mussten aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen ihre Laufbahn beenden. Die Nachwuchskräfte waren noch nicht reif auf so hohem Niveau zu spielen und so stieg man nach Abschluss der Saison 1958/59 in die A-Klasse ab.

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